Samstag, 19. Mai 2018

An Europas Küsten (1): Mein Segelprojekt in diesem Jahr. Der Aufbruch.

Mein jüngstes Buch DIE VERGESSENEN INSELN ist nach über drei Jahren Arbeit 
im vor wenigen Wochen endlich erschienen. Weil ich reisen und unterwegs sein will, 
stürze ich mich in mein nächstes großes Buchprojekt, das mich um die Westküste Europas mindestens bis in die Bretagne führen soll. Unter dem Titel AN EUROPAS KÜSTEN werde ich in den kommenden 6-7 Monaten von dem berichten, was mir in diesem Sommer auf meinem fast 4.000 Kilometer langen Weg um die Süd- und Westküste Europas  alles begegnet.

Wenn der Westwind weht wie hier Mitte April im Westen Mallorcas vor Palma, dann ist an Segeln in diese Richtung nicht zu denken.


Eigentlich sollte es schon viel früher losgehen. Anfang April wollte ich von Sizilien auf meinem Schiff nach Westen aufbrechen, auf direktem Weg Richtung Sardinien und Balearen. Doch es war, wie häufig in den letzten Jahren. Der Winter ist - was seine Stürme angeht - fast eine freundliche Jahreszeit. Die Zeit des Übergangs ist die schwierige - und kaum war das Frühjahr da, fegten die Frühjahrsstürme los. Einer von ihnen ist der Mistral, der nicht nur lokal durch das Rhonedelta und hinaus in den Löwengolf weht, er beeinflusst das Wettergeschehen von Südfrankreich über Balearen, Korsika, Sardinien die Westküste Italiens bis hinunter nach Sizilien.

Und wenn nicht gerade der Mistral entlang der Südküste Siziliens wehte, dann war es der Scirocco, der einmal die Woche roten Regen voller Saharastaub über Sciacca stürmisch auskippte. Oder sein gewalttätiger Bruder, der Libeccio, der selten, doch wenn, dann hart weht und hohe Wellen aus Südwest in den ungeschützt daliegenden Hafen von Sciacca treibt. So sehr ich auch jeden Tage die Wetterkarten studierte, um eine geeignetes 5-Tage dauerndes Wetterfenster für die ebenso lang dauernde Überfahrt von Sizilien nach Mallorca zu finden: so sehr änderte sich das Wetter gleich wieder nach zwei Tagen. Es blieb blieb mürrisch und launisch und trüb und instabil und änderte sich alle zwei Tage. Ich saß daheim in Iffeldorf, ließ mindestens zwei, drei Flugtickets verfallen, es half alles nichts.



Doch vergangenen Freitag kündigten die Wetterberichte eine einwöchige Ost- und Schwachwindphase an - zum ersten Mal seit 6 Wochen. Ich schnappte mir meinen Seesack, der gepackt im Keller wartete, flog nach Sciacca, ließ das Boot in der Werft ins Wasser und verließ am vergangenen Donnerstag kurz nach 7 Abends zusammen mit Sven den Hafen. Wir wollten die Strecke Sizilien-Balearen direkt segeln - es sind etwa 450 Seemeilen - etwa 800 Kilometer. Es war die Tage schön gewesen, in Sciacca, doch kaum waren wir aus dem Hafen, zogen Regenwolken auf.

Ich mag den Regen beim Segeln. Doch vielleicht ist das leicht gesagt, ich kenne nur den Mittelmeer- und nicht den Nordsee- oder Ostseeregen, der 14 Tage einen Urlaubstörn verhageln kann. Im Mittelmeer ändert sich das Wetter nach einem Tag, und meist ist Regen hier etwas, was man sich herbeiwünscht, um der trockenen Landschaft etwas Feuchtigkeit zu spenden. Regensegeltage im Mittelmeer: Eine leises Tröpfeln, das auch die letzten Wellen auf der Meeresoberfläche plattdrischt. Ein konstantes Lüftchen mit 4 Windstärken, das Levje wie auf Schienen gleiten lässt: So kam die mondlose Nacht mit leichtem Regen, ich ließ Levje laufen und passte bis 2 Uhr morgens auf, bis Sven mich ablöste und bis 6 Uhr morgens das Schiff steuerte.
















Als ich ihn am Morgen ablöste, lag Marettimo, die letzte und unnahbarste der Inselgruppe ganz im Westen Siziliens, querab im bleigrau. Von hier ab für 200 Seemeilen bis Sardinien nichts mehr. Der angekündigte Nordost setzte gleich hinter Marettimo ein und trieb Levje für 28 Stunden mit halbem Wind nach Westen. Segeln, das habe ich erst viel zu spät begriffen, hat viel mit Warten können zu tun, mit Zeit haben. Und auf den richtigen Moment warten, in dem der Wind, egal ob im Hafenmanöver oder auf einem langen Schlag, Dir einfach hilft, Dein Ziel zu erreichen. Doch wer kann schon warten, wenn er nur 14 Tage Zeit hat, weil eben jetzt der Urlaub ist und man genau jetzt eben segeln will.


Vor dem Aufbruch zu dieser Reise habe ich mich wochenlang vorher immer wieder gefragt: Warum tue ich das? Und was finde ich da  draußen?
Eine mögliche Antwort steckt in dem Foto dort oben. Betrachten Sie, liebe Leserin, lieber Leser, es genau. Es ist wenig darauf zu sehen. Es zeigt eine x-beliebige Stelle irgendwo auf dem 350 Kilometer langen Strecke zwischen Sizilien und Sardinien. Können Sie sagen, was Sie dabei empfinden?
Die meisten Menschen werden beim Anblick dieses Stück Meeres an einem Regentag nicht viel anderes empfinden als Trostlosigkeit und Leere. Damit sind Sie nicht allein, den meisten Menschen wird es so gehen. 

Für mich steckt etwas anderes darin. Es war am Morgen. Ich war allein an Deck. Sven hatte wachfrei und schlief. Ich wanderte, fasziniert von dem was ich sah, auf dem Schiff herum zum Vorstag. Ich beobachtete die Seevögel, die nur wenige Zentimeter über die Wasseroberfläche durch die Wellentäler glitten, weit weit entfernt vom nächsten Festland. Ich sah die lange Wolke, auf die wir zuglitten und aus der nach oben bösartige Krallen ragten, weil sie Regen und Wind brachte. Ich hätte stundenlang weiter am Vorstag so stehen und fasziniert schauen mögen in dem Wissen, genau in dieser Trostlosigkeit und Leere dieses Ortes irgendetwas Wahres, Tröstliches wieder und wieder zu finden, etwas, was die 1.000 Waagen, die in meinem Inneren beständig in Bewegung, in Unordnung sind und pausenlos und ohne Unterlass wiegen und wägen, urplötzlich in ein Gleichgewicht bringt.

Vielleicht ist darum dieser Ort, der niemals einen Namen tragen wird, so wichtig. Für mich. Aber auch für viele, viele andere Menschen. 


Ich freue mich, wenn Sie mich auf marepiu auf dieser Reise wieder begleiten.





Donnerstag, 10. Mai 2018

Preiserhöhungen Nationalpark Kornaten. Neue Preise 2018.

Über die Preiserhöhungen in den kroatischen Marinas 
Zum Saisonstart erhöhen auch die Nationalparks ihre Preise. 
Heute ein kurzer Bericht über die Kornaten.



























Der Nationalpark Kornaten hat seine Preise für 2018 drastisch erhöht. Das Eintages-Ticket (!) kostet nun für eine 37ft-Yacht bis zu 162 € (!!) - wenn man nicht aufpasst und sein Ticket nicht vorher Online kauft oder eine der Marinas in und um Murter ansteuert.

Noch eklatanter fallen die Preiserhöhungen für Boote kleiner 8m aus. Hier kostet das Tagesticket 108€, wenn man es im Nationalpark löst. Beim Kauf außerhalb des Nationalparks sind stolze 54€ pro Tag fällig.

Hier die Preisübersichten:

Preise für Yachten <8m


                                                             Preise für Yachten 37ft

Entsprechend teurer sind auch die 3-Tagestickets. Vorsicht auch beim Besuch des angrenzenden Telascica-Nationalparks - denn der ist im 1-Tages-Ticket nicht enthalten.

Würden die eingesammelten Beträge wenigstens dem Schutz und Ausbau des Kornati-Nationalparks zugute kommen, könnte man damit leben. Doch dem ist nicht so, wie Kornaten-Buchautor Bodo Müller berichtete. Er interviewte im Frühjahr den Direktor des Nationalparks, der in den kommenden Jahren die Nationalparkpreise noch erheblich weiter erhöhen will, während die Kosten für die aufgestellten Müllcontainer weiter die Wirte in den Konoben zu tragen haben.


Geld, Zeit und Ärger gespart: 
Die im April 2018 erschienenen MARINA REPORT KROATIEN reden Klartext, 
was Sie diesen Sommer in Kroatien erwartet.

  







Montag, 7. Mai 2018

Manchmal ist es nur ein Sprung ins Meer, der ein Leben verändert.

Wenn wir aufs Meer gehen, ob allein oder mit Crew, sind es meist die großen Dinge, die wir fürchten. Jeder Skipper, der ein Schiff steuert, hat etwas, das ihm einen Kloß im Hals erzeugt, wenn er nur dran denkt. An den Motor, der mitten im Anlegemanöver im Hafen aussetzt. An den Anker, der im Starkwind nicht hält. An einen Sturm, der größer ist als alles, was man bislang erlebt hat und einen an die eigenen Grenzen bringt.
Wer viel segelt, hat vieles davon schon mal erlebt. Das meiste davon ist nicht so schrecklich, wie man es sich vorstellt. Manches aber schon.

Es sind die großen Gefahren, um die unser Denken kreist. Doch oft sind es nicht sie, die ein Leben verändern. Die großen Gefahren, unsere Angstgegner, haben wir beim Segeln im Blick. Sie spielen in unseren Überlegungen stets eine Rolle. Meist ist es das, was wir nicht beachten, etwas ganz Alltägliches, das ein Leben verändert. Ewas Unauffälliges. Eine Leiter, von der man ausrutscht. Ein Seezaun, an dem man hundertmal entlangging. Eine Planke im Hafen, auf der man ausrutscht. Eine falsche Körperdrehung auf dem Vordeck. Oder ein einfacher Hechtsprung ins Meer. 

So wie bei Leon. Es waren Ferien. Schulstress vorbei, Abitur in der Tasche, endlich Ferien. Leon mit Freunden auf dem Weg in den Süden. Ein Dorf an der italienischen Küste. Das Meer. Ein einfacher Hechtsprung ins tiefe Blau. Er veränderte alles.
























Leon knallte im Wasser auf einen Stein. Auf seiner Spendenseite schreiben seine Angehörigen: „Seit diesem Badetag 2017 ist der 19-jährige Abiturient vom Hals abwärts gelähmt... Selbst das Atmen ist seitdem keine Selbstverständlichkeit mehr.“ 

Wenn wir also in den kommenden Wochen lossegeln: Seien wir achtsam. Behalten wir vor allem die kleinen Dinge im Blick. Die Dinge, die wir beiläufig tun. Dann verliert auch manches Gewitter und mancher Sturm seine Schrecken.


PS: 
In der Reihenfolge der Wichtigkeit:

Leon wird voraussichtlich im Sommer nach fast 1 Jahr in der Unfallklinik Murnau nach Hause entlassen. Damit er sein Leben bei seinen Eltern so leben und seine Ziele weiter verfolgen kann, muss das Haus für ihn umgebaut werden. Seine Eltern stemmen den Umbau nicht allein. 
->Hier gehts zu Leon's Geschichte. Und zur Spendenaktion.

Wer mehr über Stürme und Gewitter in diesem Sommer erfahren will: 
->Hier.

Freitag, 6. April 2018

Sizilische Geschichten (9): Der Schneider von Sciacca.

Wenn ich in Sizilien bin, 
und wenn es mich nicht mehr auf meinem Boot, auf Levje, hält,
breche ich zu Wanderungen rund um das sizilische Städtchen Sciacca auf.
Und finde in diesem Ort am Rand Europas ungewöhnliche Geschichten. Wie diese.


Für die einen ist Heimat ein Ort. Wieder andere sagen, Heimat sei kein Ort, sondern ein Gefühl. Mir aber geht es oft so, dass Heimat etwas ist, was mit den Menschen an einem Ort zu tun hat. Heimat ist: Wenn es gelingt, an einem Ort Beziehungen zu den Menschen aufzubauen.

Sciacca im Frühling. Sizilien leuchtet: Vom Gelb der Mimosen-Puschel, die in Kaskaden vom felsigen Ufer ins Meer hängen. Vom saftig im Sturm wiegenden Grün in den Hügeln. Doch nicht alles ist Sonnenschein. Alle zwei Tage weht es hart über dem Hafen, mal mit 6 bft. als Nordwest. Mal mit 7 bft. aus Südost. Als ich vor drei Wochen zurückkehrte zu Levje hatte ein wütender Südwind ihre Persenning zerfetzt. Der Libeccio, so sagen die Fischer von Sciacca, weht nicht oft. Doch wenn er weht, dann hart und heftig.

Ein Boot besitzen ist nichts für Faule. Es ist nicht nur Lust. Es ist Last. Es ist Mühsal. Es hat mit sich-ständig-kümmern-müssen zu tun. Ein Boot bedeutet aber auch, anders zu reisen, ein Land intensiver kennenzulernen. Weniger, weil man segelt. Sondern weil es manchmal eben eine zerfetzte Persenning braucht, um den Menschen eines Landes näherzukommen. Ein defektes Teil auf Levje hat mich Länder ganz anders kennenlernen lassen, als es einem Durchreisenden je beschieden sein könnte.

Da stand ich nun oben in der Werft im alten Bahnhof von Sciacca und betrachtete missmutig die Reste der alten Persenning. Der Stoff war mürbe geworden - nichts mehr zu retten, ich machte mich auf die Suche nach einem "Vellaio", einem Segelmacher. Wo es wie in Sciacca zwei Marinas gibt, sollte auch einer sein, der Segel nähen kann. Aber in Sciacca, dem 40.000-Einwohner-Städtchen an der Südküste Siziliens, ist das nicht unbedingt so. Ratloses Achselzucken bei den Mitgliedern im CIRCOLO NAUTICO.  Ein hilfloses "Mi dispiace" ("Tut mir leid") in den Ferramentas, den Ausrüstungsläden um den alten, winkeligen Fischereihafen. Bis im dritten Laden jemand den Namen Pietro Tulone erwähnte, oben in der Via Tommaso Campanella gleich neben der Bäckerei LA SPIGA D'ORO, die "Goldene Ähre". Ich wurde neugierig. Was für ein verheißungsvoller Name für eine Bäckerei.

Sciacca ist steil.  Die Stadt steigt von der Häuserzeile um den Fischerhafen steil an, verwinkelte Stiegen und verstopfte Straßen führen nach oben ins Stadtzentrum. Da war die "Goldene Ähre". Und rechts daneben nicht mehr als eine zur Front verglaste Garage. Zwei Männer saßen darin vor dem Fenster, einer im grauen Arbeitskittel hinter einer Nähmaschine mit einem ehrlichen Gesicht, das mich anrührte. Und einer, der ihm schweigend bei der Arbeit zusah.

Beim Eintreten nahm ich Dinge wahr: Das uralte Moped, das seit Jahren im Hintergrund stand. Schaumgewebe und Stoffe, die sich im Hintergrund zu einem einfachen Materiallager türmten. Die Arbeitslampe, deren Schirm über der Nähmaschine an einem einfachen Draht baumelt. Zwei Garne, rot und weiß. Der Mann im grauen Kittel erhob sich. Ja, er sei Pietro Tulone. Ich zeigte ihm die alte Persenning, er schüttelte traurig den Kopf. Nein, das würde nichts mehr. Aber wenn ich unten am Hafen nach Tancredi fragen würde - der hätte Persenningstoff in seinem Laden. Ich solle dort welchen kaufen. Den Rest würde er, Pietro Tulone erledigen.

Ich machte mich auf den Weg den Hügel hinunter. Nicht ohne an den bescheidenen Mann mit dem ehrlichen Gesicht zu denken. Bei Tancredi unten am Hafen fand ich, wonach ich gesucht hatte. Leuchtend weiße Persenning-Bahn, 18 Quadratmeter.






Am Tag darauf stapfte ich mit meinem Packen wieder hügelan. Der Schneider saß hinter seiner Nähmaschine, umgeben diesmal von drei älteren Männern, Besuchern offensichtlich. Pietro befühlte meinen Stoff. Nickte. Besah sich die Skizze und meinte, ich solle doch am Ostersamstag wiederkommen. Da wäre alles fertig. Wo er denn die 18 qm sperrige LKW-Persenning auslegen und schneiden wolle, fragte ich neugierig. Die Männer grinsten. "Draußen, hier vor der Tür, auf der Straße. Da ist genug Platz." Ich schaute etwas ratlos auf die zugeparkte Straße, klappte meinen offenstehenden Mund zu und überließ Pietro den Bergen auseinanderfallenden Persenningstoffes.

Ich ertappte mich dabei, dass ich zuhause an den Schneider dachte. Er strahlte etwas aus, was heute selten geworden ist. Milde. Güte. Alte, aus der Mode gekommene Worte. Sah ich ihm zu, wie er an seiner einfachen Nähmaschine hantierte, breitete sich in mir ein wohliges Gefühl aus. Doch Pietro Tulones Besucher, deren stille, schweigend entspannte Gelassenheit, die verstand ich noch nicht.

Karsamstag. Sciacca brummte und summte in vorösterlicher Betriebsamkeit, während ich am Vormittag wieder hügelan stieg. Wie üblich arbeitete Pietro hinter seiner Nähmaschine, während im Laden drei Männer saßen, die ich noch nicht kannte und die ihm bei der Arbeit zusahen. Drei weitere standen vor dem Laden. Einer von ihnen öffnete mir schwungvoll die Tür. Da lag meine 18 Quadratmeter große neue Persenning neben Pietro Tulone auf einem Hocker. Einen Tisch gibt es nicht bei ihm, doch die Persenning, deren Fläche die von Pietros Werkstatt deutlich überstieg, war makellos gefaltet, vernäht, mit Ösen beschlagen. Die Männer, es waren andere als beim letzten Mal, sahen mich grinsend an. Pietro erhob sich, wandte sich dem Packen zu und überreichte ihn mir. Ein Mann trat ein, näherte sich Pietro Tulone, drückte dem Schneider mit "Buona Pasqua. Augurone." "Frohe Ostern. Alles Gute!" die Hand, und verschwand, wie er gekommen war. "Ja, also", sagte Pietro, "50 €, wie ausgemacht." Als ich ihm etwas mehr geben wollte, sträubte er sich. Erst als ich ihm erklärte, die 10 € seien nicht für ihn, sondern für seine Enkel, denen er an Ostern ein Eis kaufen sollte, strahlte er dankend und erzählte: Er hätte fünf. Die Männer grinsten immer noch, als ich meinen Packen nahm. Und vom Hügel wieder zu Levje hinunterstieg.



Die Persenning passte. Ich ertappte mich dabei, dass ich meinen Blick durch Levje schweifen ließ, was ich denn noch zu nähen hätte, nur damit ich einen Grund hätte, mich wieder wie die anderen Männer bei Pietro Tulone einzufinden. Ja, richtig. Die gestreiften Kissen aus der Türkei hatten keinen Reißverschluss, um die Bezüge waschen zu können. Und die Vorhänge bräuchten neue Druckknöpfe, die alten waren korrodiert. Dienstag Spätnachmittag machte ich mich wieder auf den Weg, den Hügel hinauf. Pietro saß an seiner Nähmaschine. Zwei Männer, die ich noch nicht kannte, saßen davor und sahen ihm bei der Arbeit zu. Ja, könne er erledigen. Doch nicht heute. Er deutete auf die Wand mit den verblichenen Fotos an der Wand. Heute Abend würden die "Rosso-Neri", die Rot-Schwarzen spielen. AC Mailand, das wäre sein Klub, das dürfe er nicht verpassen im Fernsehen, ich solle nur ja nicht böse sein.

Die Männer um Pietro grinsten wissend. Und in stiller Kumpanei. So wäre er nun mal, da könne man nichts machen. Ein Sizilianer, der einen Club aus dem fernen Norden verehrte.

Zurück auf Levje, fielen mir weitere Dinge auf, die ich noch zu Pietro Tullone bringen könnte. Die frisch gereinigten Teppiche vorne aus Katrins Koje, ihrem "cinema paradiso". Den alten Bettbezug, der könnte einen neuen Reißsverschluß verkraften. Ich dachte über Pietro Tulone nach. Was hatte der einfache Schneider, dass sich die Männer seines Viertels immer wieder bei ihm einfanden? Es war nicht Geld. Es war nicht Vermögen. Er ist nur ein Schneider. Und doch brachten ihm die Männer des Viertels Achtung entgegen wie einem Rabbiner. Er war jemand, zu dem die Männer gingen. Bei dem sie sich trafen. Und immer neue. Ich fragte Carlo, den Marinaio, er war Fischer und hier aufgewachsen und kannte jeden in Sciacca. Carlo lächelte nur. Ja, Pietro Tulone würden vielen kennen. Und in seinem Viertel wäre der Schneider sehr geachtet.



Als ich lossegelte, damals vor vier Jahren im Mai von Izola, wusste ich nicht, wo mich meine Reise hinbringen würde. Doch ein Gedanke begleitete mich segelnd in all den Jahren nach Antalya und von dort über Kreta und Griechenland nach Sizilien: Das es irgendwo auf einer der vielen Inseln im Mittelmeer einen Ort geben könnte, der mir und Katrin mehr sein könnte als eine Station auf der Reise.
Vielleicht habe ich in Sciacca, diesem Ort an der äußersten Peripherie Europas so einen Ort gefunden, der Heimat sein könnte. Wenn es so wäre: Dann hat es auf alle Fälle mit einem zu tun: Mit den Menschen dort. Und der Art, wie sie leben.



Am 10. April erschienen:
Mein Buch über DIE VERGESSENEN INSELN erscheint.


Jetzt reinlesen: Hier oder hier.
Oder in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift YACHT,
die einen Vorabdruck aus dem Buch bringt.


Mittwoch, 28. Februar 2018

Unsere Vorträge auf der AUSTRIAN BOATSHOW in Tulln, 1.3.-4.3.2018

Die AUSTRIAN BOATSHOW in Tulln bei Wien mag keine große Messe sein - aber während die Düsseldorfer BOOT vom Publikum eher Nord- und Ostsee-Interessierte anspricht, ist die AUSTRIAN BOATSHOW eine reine Mittelmeer-Messe. Fast 50.000 Menschen werden in 4 Tagen dorthin kommen. Ich bin gespannt, weil wir dort die vier Tage mit Stand sein werden und der Veranstalter so angetan von unseren Themen war, dass Susanne Guidera und ich fast an jedem Tag zwei Vorträge halten. Ich freue mich also auf Tulln - und auf die Zuhörer, die sich im für unsere Mittelmeer-Themen interessieren - im Tagungszentrum der Halle 3:

1. Wetterextreme. 
Segeln in Starkwind, Gewitter & Sturm.

Link zum Buch: Hier!

Ein Foto und seine Geschichte: In meinem 45-minütigen Vortrag erzähle ich nicht nur die Geschichte jenes legendären Fotos von Bodo Müller, in dem er den Moment einfing, als ein kanadischer Segler im Sturm sein Yacht verlor. Sondern stelle neben anderen Sturmgeschichten auch die markantesten Windphänomene des Mittelmeeres aus unserem Buch STURM vor.

Termine:
Donnerstag, 1. März 2018: 12.00-12.45 Uhr
Samstag, 3. März 2018:      12.00-12.45 Uhr
Sonntag, 4. März 2018:       15.00-15.45 Uhr 


2. MARINA REPORT KROATIEN 2018 - 
Wo man hingeht. Wo besser nicht.

Mehr erfahren und bestellen: Hier
Oder bei AMAZON.
Er klingt ja schon motzig, der Untertitel, den wir unserem vor zwei Tagen erschienenen MARINA REPORT KROATIEN SÜD und seinen beiden Folgebänden verpasst haben. Tatsächlich geht es genau darum: Jeden Skipper - egal ob er auf 5 Meter oder 50 Fuß unterwegs ist - vor dem jährlich heftiger spürbaren Verdruss in kroatischen Marinas zu bewahren. Neben Hinweisen zu den neuen Bestimmungen bei Aufenthaltsgebühr und Permit gibts vor allem Hinweise auf offensichtliche, aber auch verdeckte Preis- und sonstige Fallen rund um die kroatischen Marinas - von A wie ACI bis T wie Trogir.
Termine:
Donnerstag, 1. März 2018: 15.00-15.45 Uhr 
Freitag, 2. März 2018:      15.00-15.45 Uhr
Sonntag, 4. März 2018:       12.00-12.45 Uhr 


3. Ein Sommer lang Sizilien


Mehr erfahren: Hier!
Nach so viel harter Kost einfach was Schönes: Jede Menge schöner Fotos von einem Sommer, der mich rund um Sizilien und die umgebenden Inseln Malta, Äolische und Ägadische Inseln führte. Und von den Tugenden eines Seemanns, von sizilianischen Meisterköchen oder der faszinierenden Art der Sizilianer, einen harmlosen Vereinsabend in ein großes, chaotisch-lärmendes Gesamtkunstwerk zu verwandeln.

Termine:
Samstag, 3. März 2018: 15.00-15.45 Uhr 


3. Einhand durchs Mittelmeer.

Mehr erfahren? Und reinlesen in die Leseprobe: Hier!
Eigentlich wird mein neues Buch ja erst in fünf Wochen, am 10. April erscheinen. Es erzählt davon, was passiert, wenn man sich vier Jahre lang acht Monate im Mittelmeer herumtreibt. Von namenlosen Insel tief in der Türkei bis zu den großen Inseln wie Sizilien und Mallorca weit im Westen segelt - und auf jeder der 35 Inseln ein Stück unserer ureigenen Geschichte entdeckt - von der Steinzeit bis in die Jetzt-Zeit. Wer schon mal reinlesen will - der Verlag hat vor wenigen Tagen eine Leseprobe eingestellt: Hier! 
Ein bisschen werde ich Vortrag über dieses Buches erzählen - aber vor allem darüber, wie es ist einhand im Mittelmeer zu segeln.
Termin:
Freitag, 2. März 2018: 12.00-12.45 Uhr 

4. Gewittersegeln
Susanne Guidera stellt unser gemeinsames Projekt GEWITTERSEGELN vor - und vermittelt, was es über Gewitter an Wahrheiten, Halbwahrheiten und Überraschungen zu wissen gibt.

Termin:
Freitag, 2. März 2018: 13.00-13.45 Uhr 

5. Zwischen Pasta und Prosecco
Die Marinas in Friaul und Julisch-Venetien
Susanne Guidera - vom Pass her Italienerin, von der Abstammung Sizilianerin und vom Liegeplatz Friulanerin - stellt ihr aktuelles italienisches Lieblingsrevier vor. Und bietet eine Liegeplatz-Beratung aus allererster Hand.

Termine:
Donnerstag, 1.3.2018: 14.00 Uhr
Samstag 3.3.2018: 14.00 Uhr 
Sonntag, 4.3.2018: 13.00 Uhr 

Sonntag, 25. Februar 2018

Die 21. Neuerscheinung bei millemari.: Ein kritischer Törnführer über den Süden Kroatiens.

Paperback. € 19,95. Jetzt bestellen. Hier

Kroatien. Nicht nur dem Bootsreisenden zauberte dieses Wort den Geschmack  „der einfachen Sommerfreuden am Meer“ auf die Zunge. Auf Sonne und kristallklares Wasser. Auf einfaches Essen vom Grill und niedrige Preise. Auf „einfach Seele baumeln lassen.“

Die Sonne ist immer noch da. Das kristallklare Wasser auch. Mit den niedrigen Preisen ist es nach drei Jahren touristischem Ansturm vielerorts an der kroatischen Küste vorbei. „Man könne bald bloß noch in Istrien und im Norden unterwegs sein“, klagen die einen. Die anderen  schwärmen von der Schönheit der 1.200 vor Kroatien liegenden Inseln. Und nehmen dafür sündteure, doch mangelhafte Marinas, lärmige Ankerplätze, mittelmäßiges Essen stillschweigend einfach in Kauf. Die Inseln seien es wert.

Seit ich im Sommer vergangenen Jahres für zwei YACHT-Reportagen die Küste rauf, die Küste runter reiste, ging mir nicht mehr aus dem Kopf, wie sehr die kroatische Küste ihr Gesicht verändert. Es ging mir, der ich die Küste zum ersten Mal 1998 - nach dem Krieg -besucht hatte -  nicht mehr aus dem Kopf, was ich gesehen hatte: Wie der Tourismus, aber auch Begehrlichkeiten plötzlich die Stimmung an der Küste veränderten. 

Irgendwann im vergangenen Herbst beschloss ich, ein Buch über diese zweimonatigen Erfahrungen zu schreiben. Nicht um den 22 vorhandenen Kroatien-Törnführern einen überflüssigen 23. hinzuzufügen. Erst recht nicht, um dem so verdienstvollen Buch von Karl-Heinz Beständig - das ich auch in der neuesten 31. Auflage sehr schätze - etwas entgegenzusetzen. Ich hatte das Gefühl, dass am Markt etwas fehlt. Etwas anderes. Ein Törnführer der anderen Art, der Skipper nicht vor den Gefahren der See warnt, sondern vor dem, was beim Landgang Frust erzeugt. Ein Törnführer, der sich die Leistungen von Marinas und Restaurants kritisch ansieht. Denn dort, im Hafen beginnt immer noch jeder Törn. Und dort endet er. Und fürs Sightseeing sucht man ihn auch auf.

Deshalb ein Buch:
  • Das kritisch auf Marinas, ihre Gebühren, Preise und Leistungen sowie der Restaurants berichtet
  • das mit den Augen eines erfahrenen Skippers draufschaut, der zum ersten Mal in eine Marina kommt
  • und gleichzeitig zu jeder Kritik auch konkrete ALTERNATIVEN zu überfüllten Marinas, zu mittelmäßigen Restaurants und steigenden Preisen zu bieten.
Das Ergebnis liegt seit gestern aus der Druckerei vor mir:

Paperback. 19,95€.Mehr Infos hier.
Oder: bei AMAZON.
Er ist der erste von drei Bänden über Kroatien. Er hat nur 72 Seiten - aber die haben es in sich. Es gab viele Testleser, die nach der Lektüre sagten: Das wäre Ihnen ein zu kritischer Törnführer. Zu viele frustrierende Tabellen über aktuelle Gebühren. Und die teuersten/die günstigsten Marinas. Kein Wunder. Das Thema ist Kroatiens Süden, in dem sich vieles ballt, weil sich die Region dort am spürbarsten dem Geschäft mit internationalen Chartergästen verschrieben hat.

Jetzt liegt der knallrote Band vor mir. Ich gestehe, ich habe etwas Angst. Ein solches Buch zu schreiben, ist irgendwie, wie ein Kind in die Welt zu setzen. Während es im eigenen Inneren heranwächst, brodelt alles im Kopf. Man macht man sich allerhand Sorgen: Hab ich alles richtig gemacht? War ich kritisch genug? Ist es auch ordentlich geworden? Ist alles richtig daran? 

Jetzt, wo es da ist, ist meine Sorge nicht weniger. Dieses Buch ist so kritisch, dass es nicht jedem gefallen wird. Wir werden damit  „anecken“: Bei manchem kroatischen Marinabetreiber. Bei manchem, der im Moment gutes Geld mit der kroatischen Küste verdient.

Das alles kann ich in Kauf nehmen. Denn: Dieses Buch ist kompromisslos für Skipper geschrieben - egal er ob auf 50 Fuß oder 5 Metern unterwegs ist. Und wenn es nur einen Skipper gibt, der sagt: „Wow, die Tipps für Südkroatien haben mich echt davor bewahrt, irgendwo reinzufallen und mich zu ärgern“: Dann haben sich auch meine Sorgen gelohnt.

Entscheiden Sie also selbst.

Und wenn Sie's lesen wollen: Tun Sie's auf alle Fälle vor Ihrem nächsten Kroatien-Törn.


PS: Der MARINA REPORT KROATIEN MITTE wird Ende März 2018 erscheinen. Der MARINA REPORT KROATIEN NORD im April 2018.







Montag, 5. Februar 2018

Sizilische Geschichten (8): Die 3.000 Gesichter des Don Filippo Bentivegna.

Wenn ich in Sizilien bin, 
und wenn es mich nicht mehr auf meinem Boot, auf Levje, hält,
breche ich zu Wanderungen rund um das sizilische Städtchen Sciacca auf.
Und finde in diesem Ort am Rand Europas ungewöhnliche Geschichten. Wie diese.

Was weiß man eigentlich wirklich, was die eigenen Nachbarn in ihren vier Wänden so treiben? Und wenn man es wüsste: Was dächte man drüber?

Es scheint, dass Don Filippo Bentivegna zu seinen Lebzeiten nicht immer einen leichten Stand hatte bei seinen Nachbarn in Sciacca. Ein bisschen wunderlich war er. Lebte eigenbrötlerisch und allein auf einem außerhalb gelegenen Grundstück an den Hängen des Monte Kronio im Osten der Stadt von Sciacca. Vielleicht hielten sie ihn für ein bisschen verrückt, für den "Matto del paese", den Verrückten im Dorf, wie jedes Dorf einen hat.

Dabei tat Don Filippo Bentivegna wenig, was diesen Ruf gerechtfertigt hätte. Er war nur der Sohn eines Fischers, einer von vielen, die rausfuhren aufs Meer, um mehr schlecht als recht den Unterhalt für die vielköpfige Familie zu verdienen. Als Filippo 25 war, zogen schlechte Jahre auf. Die Fischgründe draußen vor Sciacca über jener magischen Untiefe, dem Korallenriff, das nie einer gesehen hatte und das sie alle nur "il Corallo" nannten, waren leergefischt. Filippo beschloß, sich auf den Weg nach Amerika zu machen, wie viele andere aus Sciacca. Das war 1913, kurz bevor auch in Italien der große Krieg begann.

Es scheint, dass es ihm schwerfiel, in Amerika Fuß zu fassen. Er irrte von Stadt zu Stadt. Es scheint, dass Filippo sich dort verliebte. Sei es, dass das Mädchen einem anderen versprochen war oder ein anderer ein Auge auf sie geworfen hatte: Es kam zum Streit, in dessen Verlauf einer der Kontrahenten handgreiflich wurde. Und Filippo einen schweren Schlag auf den Kopf erhielt. Er fiel ins Koma.



Als er erwachte, war er nicht mehr derselbe. Stammelte wirres Zeug. Wurde in den Staaten für arbeitsunfähig erklärt. Kehrte zurück nach Sciacca, von wo er sechs Jahre vorher aufgebrochen war. Er zog sich zurück auf jenes Grundstück seiner Eltern im Osten der Stadt. Das war 1919. Da war er 31.

Er begann, in seinem steinigen Garten über dem Meer Köpfe aus Stein zu meisseln. Erst einzelne Gesichter, frontal in den Stein gemeisselt, und überlebensgroß. Dann andere, im Profil. Fast alle



gleich groß, er wurde nicht müde, sie wieder und wieder aus den scharfkantigen Kalksteinen zu schlagen, als wollte er all die Menschen abbilden, jeden einzelnen, der ihm in den Städten auf der anderen Seite des Atlantik auf seiner Reise begegnet war.

Irgendwann waren es zehn Köpfe. Dann 30. Als es hundert waren, konnte Filippo immer noch nicht aufhören, Köpfe aus dem Gestein zu meisseln. Jetzt gings erst richtig los. Doch irgendwann gingen Don Filippo die Steine auf seinem Grundstück aus. Weil er neue brauchte, hackte er sich in den Fels. Grub mannshohe Kammern, Höhlen und Schächte ins Gestein. Die Nachbarn schüttelten die Köpfe. Tuschelten. Den Verrückten von Sciacca nannten sie ihn, doch selbst wenn Filippo es hörte, so nahm er es nicht wahr. Nur die Gesichter zählten. Er ließ sich gelegentlich mit "Excellenza" anreden von den Dörflern, ein König war er. König in einem verzauberten Schloß, einem "castello incantato". Manchmal tauschte er einen der Köpfe ein, gegen Essen, Werkzeug.



Ob Filippo die Köpfe zählte? Ob er sich ein Glas Rotwein extra gönnte, wenn wieder 5 oder 10 fertiggestellt waren? Ob er mit seinem Hund redete? Wir wissen es nicht. Filippo meisselte weiter. Unentwegt, besessen. Köpfe, wie sie nur die Romanik kennt, einfach, kraftvoll. Andere nur hinskizziert in den Stein. Weder andere wie Dämonen, geschaffen, um das Böse abzuhalten wie die Sphinx. Filippos riesiger Garten unter den Oliven füllte sich mit den Gesichtern.



Noch ein Krieg war übers Land hereingebrochen, wir wissen nicht, ob Filippo davon überhaupt Notiz genommen hat. Er war nun 51. Jahre später kam ein schwedischer Maler in Filippos Garten, redete mit ihm, staunend ob der schieren Menge an Gesichtern, die Filippo in seinem Olivengarten erschaffen hatte. Er sei auf der Suche nach der großen Mutter, sagte Filippo bloß, als mehr und mehr kamen, Künstler, Journalisten, Professoren, Schriftsteller, um ihn staunend bei seiner täglichen Arbeit zu beobachten. Filippo nahm sie war, sprach freundlich mit ihnen, geduldig, wie mit Kindern. Er meisselte einfach weiter Gesichter in den gnadenlos harten Kalkstein.




79 Jahre, nachdem er als Sohn eines einfachen Fischers geboren worden war, fast 50 Jahre, nachdem er jenen verhängnisvollen Schlag auf seinen Kopf erhalten hatte, stirbt Don Filippo Bentivegna, "Filippo mit den Gesichtern". Sein Garten liegt verwaist, niemand kümmert sich um die Köpfe, die achtlos herumliegen, Witterung und Verfall preisgegeben. Es war Jean Dubouffet, der ein Jahr später im Garten in Don Filippos Garten erschien, der Künstler der "Art brut", der "rohen Kunst", wie er sie nannte, der Kunst der Außenseiter und psychisch Erkrankten. Er rettete in Don Filippos Garten, was noch zu retten war, von den Gesichtern.

Es waren über 3.000.



Die Gesichter des Don Filippo Bentivegna kann man heute immer noch sehen. In Sciacca im Olivengarten des Filippo, der heute immer noch "Castello incantato" heißt.


Noch mehr sizilische Geschichten? Hier.

Mittwoch, 24. Januar 2018

Auf der BOOT 2018: Kroatische ACI-Marinas erhöhen die Tagesliegeplätze um über 8%. Teilweise bis 17%.

Die idyllisch gelegene ACI-MARINA SLANO. Klein, nett, mit Mini-Swimmingpool, doch ohne Tankstelle. Sie erhöht die Preise für Tagesliegeplätze in der Hochsaison um 14%.

























Und was gibts Neues aus Kroatien?

Am Stand der ACI-Gruppe liegt die druckfrische Preisliste für 2018 aus. Anders als noch in 2017 gibt die ACI-Gruppe diesmal ihre Preise nicht in Euro, sondern in Kuna an - obwohl das Land soeben im Januar die Aufnahme in die europäische Gemeinschaftswährung beantragt hat. Wer dann den Taschenrechner zückt und zum aktuellen Tageskurs umrechnet, ist erstaunt:

Die ACI-Marina-Gruppe, mit 22 von ca. 60 Marinas größter Betreiber von Sportboothäfen an der kroatischen Küste, erhöht ihre Preise für Liegeplätze deutlich. Für Yachten mit 37 Fuß (< 12 Meter) kostet ein Tagesliegeplatz im Juli und August statt durchschnittlich bisher 73,43 € nun fast 80 € - eine Steigerung um knapp 8%.

Rechnet man die Liegeplätze in der neuen ACI-MARINA ROVINJ hinzu, deren Eröffnung für Juni 2018 angekündigt ist, dann fällt die Steigerung noch deftiger aus. Die komplett neu errichtete Marina verlangt ausnahmslos für alle Schiffslängen bis 12 Meter pro Tag 1.107 Kuna - umgerechnet 149 €. Damit orientiert sich die neue ACI-MARINA ROVINJ an der Preisgestaltung des nur wenige Seemeilen südlich gelegenen Luxus-Resorts auf den Brijuni-Inseln, das ebenfalls für Schiffslängen bis 14,99 Meter Preise ca. 195 € in der Hochsaison beantragt. Ob allerdings das im Sommer laute und von Massentourismus überflutete Rovinj die Ansprüche im Luxus-Segment an Exclusivität ähnlich wie die abgeschiedenen Brijuni-Inseln befriedigen kann, wird sich zeigen.

Während die Preissteigerungen für Tagesliegeplätze im Norden zwischen 3%und 7% moderat ausfallen, gehen bei ACI vor allem die Preise in den großen Charterrevieren im Süden nach oben. Spitzenreiter nach Rovinj beim Preis sind: Die weder moderne noch sonderlich attraktive ACI-MARINA SPLIT mit + 17% (115 € pro Tag), die vor zwei Jahren eröffnete ACI-MARINA SLANO +14% (98 € pro Hafentag) sowie die ACI MARINA DUBROVNIK zwischen Freitag und Sonntag mit +13% (121 € pro Hafentag). Ebenfalls nicht zimperlich ist die bei Seglern und Motoryachten immer wieder in der Kritik stehende ACI MARINA PALMIZANA mit einer Erhöhung auf 100 €. Nachfrage, nicht Leistung scheint zumindest bei SPLIT und PALMIZANA hohe Preise möglich zu machen.

Nachfolgend die Preise TAGESLIEGEPLÄTZE 2018 für die Referenzgröße 37 Fuß (<12 Meter) im

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Alle Preise hier! 
Die im April 2018 erschienenen MARINA REPORT KROATIEN reden Klartext, 
was Sie diesen Sommer in Kroatien erwartet.

  


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Juli und August 2018. Ebenfalls kräftig erhöht die ACI-Gruppe ihre Preise für JAHRESLIEGEPLÄTZE - im Schnitt um 18%. Eine Übersichtstabelle JAHRESLIEGEPLÄTZE folgt aus Düsseldorf morgen.






Aktuell in Vorbereitung:





































Geld, Zeit und Ärger gespart: 
Die im April 2018 erschienenen MARINA REPORT KROATIEN reden Klartext, 
was Sie diesen Sommer in Kroatien erwartet.

  









Donnerstag, 18. Januar 2018

millemari. auf der BOOT in Düsseldorf. Mit jeder Menge Vorträge.

Bis Ende Januar sind wir mit unserem Verlag millemari. auf der BOOT in Düsseldorf. Wir stehen mit Vorträgen zu folgenden millemari.-Themen auf der Bühne im SAILING CENTER, Halle 15/G21:

Sonntag, 21.1.2018: 









11:15   Wetterextreme. Segeln in Starkwind, Gewitter und Sturm.



















13:30   Kroatien und seine Marinas.




Montag, 22.1.2018:
11:45   Wetterextreme. Segeln in Starkwind, Gewitter und Sturm.

Dienstag, 23.1.2018:
15:30   Kroatien und seine Marinas.

Mittwoch, 24.1.2018:
16:30   Kroatien und seine Marinas.

Donnerstag, 25.1.2018:
12:30   Wetterextreme. Segeln in Starkwind, Gewitter und Sturm.


Zusätzlich treffen Sie folgende millemari.-Autoren auf der BOOT mit Vorträgen:


Sebastian Janotta

Samstag, 20.1. 
16.15    Liveaboard - Leben auf einem kleinen Segelboot.

Sonntag, 21.1. 
16.15      Liveaboard - Leben auf einem kleinen Segelboot.
im REFIT-CENTER Halle 11 H01










Holger Peterson

Samstag, 27.1.
16:15   Wassereinbrüche & Co. - So sichern Sie Ihre Yacht und Ihr Leben.

Samstag, 28.1.
16:15   Wassereinbrüche & Co. - So sichern Sie Ihre Yacht und Ihr Leben.
im REFIT-CENTER Halle 11 H01

Sonntag, 28.1.
14.15   Mein Boot ist mein Zuhause
im Sailing-Center Halle 15 G21





Claus Aktoprak



Samstag, 27.1.
14.15   Einhand durch den Götakanal - mit Live Musik von Klaus!
im Sailing-Center Halle 15 G21










Wir sehen uns!